Füllstandsprüfung

Die Füllstandsprüfung ist die einfachste Methode, ein Abwassersystem auf seine Dichtheit zu prüfen. Das Leitungssystem wird mit Absperrscheiben oder Absperrblasen verschlossen und am tiefstgelegenen Entwässerungsgegenstand, i.d.Regel ein Bodenablauf, mit Wasser befüllt. (Prüfung mit normalem Betriebsdruck).

Weist das System innerhalb von 15 Minuten Prüfzeit lediglich eine geringe, vorher berechnete Menge Wasserverlust auf, kann die Dichtheit bescheinigt werden. (Achtung dieses Prüfverfahren darf nicht bei neu verlegten oder reparierten Leitungen durchgeführt werden und auch nicht in der Wasserschutzzone I und II).

Was in der Theorie so einfach scheint, ist in der Praxis leider nur ganz selten durchführbar, da man

  • meistens nicht genau weiß, wie viele Anschlüsse es an einer Leitung gibt (z. B. ungenutzte, vergessenen oder stillgelegte Abläufe) und
  • es nicht ganz einfach ist, eine Zugänglichkeit zu den Stellen zu finden, die abgesperrt werden müssen.

So ist in den meisten Fällen eine vorherige Kamerabefahrung erforderlich, die Füllstandsprüfung also nur im Falle der absoluten Kenntnis über den Leitungsverlauf empfehlenswert.