Dichtheitsprüfung nach § 61a LWG NRW

Das zur Zeit wohl bekannteste Abwassergesetz in Nordrhein-Westfalen, verpflichtet Hauseigentümer dazu, ihre Abwasseranlagen auf Dichtheit zu prüfen.

Das Gesetz, das bereits 1995 in der Landesbauordnung NRW verabschiedet wurde, fand keine besondere Beachtung. Warum auch? Es gab schließlich keine Institution, die verantwortlich gemacht wurde, die Durchsetzung des Gesetzes zu überprüfen. Kurzerhand wurde das Gesetz jedoch im Jahr 2008 in das Landeswassergesetz NRW übernommen und damit wurde die Kommune (Stadtentwässerungsbetriebe, Abwasserverbände, Bauämter etc) in die Überprüfungspflicht genommen. So wurden die ersten Hauseigentümer bereits Anfang 2009 angeschrieben, damit zu beginnen, ihren Hausanschluss in Ordnung bringen zu lassen und innerhalb einer bestimmten Prüffrist einen Dichtheitsnachweis zu erbringen.

Für den Hausbesitzer stellt dieses Gesetz natürlich eine große Unannehmlichkeit, mit hohen Kosten verbunden, dar, denn defekte Kanäle und Leitungen müssen unverzüglich repariert werden. Die Durchfallquote wird übrigens auf über 80% geschätzt. Dazu stellt sich überhaupt kein sichtbarer Verschönerungseffekt ein, denn reparierte Kanäle sieht man nicht, im besten Falle kommt es zu weniger Verstopfungen, wenn der Kanal ordnungsgemäß repariert wurde.

Also dient das Gesetz der reinen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!?

Betrachtet man die Zusammensetzung von Abwässern etwas genauer, kann man feststellen, dass sich darin eine gewaltige Anzahl unterschiedlicher Stoffe befindet.

Neben den normalen Anteilen von Laugen, Fäkalien, Fett, Küchenabfällen, Papier und Kalkablagerungen gelangen natürlich auch jede Menge chemische Substanzen durch die Ausscheidung des menschlichen Körpers ins Abwasser. Alarmierend sind neuerdings Meldungen über Hormone, die bedingt durch die Ausscheidung der Anti-Baby-Pille über den Urin ins Abwasser gelangen und durch defekte Kanäle ins Erdreich und Grundwasser gelangen. Bisher hört man in der Regel nur von impotenten Fischen. Genauso gelangen Keime, Bakterien etc. auf diesem Wege in unseren Wasserkreislauf.

Vielleicht ist der § 61a unter diesem Gesichtspunkt betrachtet dann doch nicht so unsinnig.

Außerdem führen undichte Abwasserleitungen häufig zu Feuchtigkeitsbildung in der Immobilie. Sicher kein angenehmer Gedanke sich ausgetretenes Fäkalwasser im Fundament eines Hauses vorzustellen.

Zur Dichtheitsprüfung nach § 61 a LWG gibt es natürlich bereits sehr gut gestaltete und verständliche Informationsportale, auf die wir an dieser Stelle gerne verweisen. Hier finden Filme und Zeichnungen, die sich mit dem Ablauf einer Dichtheitsprüfung befassen und unendlich viele Fragen beantworten.